gnurpsnewoel. http://gnurpsnewoel.blogsport.de pinksein dagegen. Thu, 31 Jul 2014 22:06:50 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Emma-Fail: Alice Schwarzer trans*feindlich http://gnurpsnewoel.blogsport.de/2014/07/31/emma-fail-alice-schwarzer-transfeindlich/ http://gnurpsnewoel.blogsport.de/2014/07/31/emma-fail-alice-schwarzer-transfeindlich/#comments Thu, 31 Jul 2014 21:59:26 +0000 gnurpsnewoel Gender & LGBATTIQ* & Feminismus Fragen & Antworten http://gnurpsnewoel.blogsport.de/2014/07/31/emma-fail-alice-schwarzer-transfeindlich/ Was tun Menschen, die um Rat gebeten werden und keine Ahnung haben? Richtig, sie geben das zu. Oder sie verweisen an eine Person oder Stelle, die das kann. Alice Schwarzer hat einen anderen Weg genommen.
Schwarzer wurde in ihrer Kolumne Ask Alice in der Emma von einer Heimerzieherin, Bengta, gefragt, wie diese mit einem Trans*Jungen umgehen solle. Schwarzer hat daraufhin in den Ratgeber Trans*feindliche Sprache leicht gemacht geschaut. Den hat sie fast komplett abgeschrieben, den Text geschüttelt und das dann in der Emma veröffentlicht. Hier eine Kostprobe der Schwarzer’schen Tirade:
„in der falschen Haut“, „biologischer Frauen“, „umoperieren“, „Geschlechterrolle wechselt“, “ Wahl zu haben“, „seelischer Konflikt“, „Körper verstümmeln“, „fragliche Mädchen“, „Ausbruch aus der Rolle“, „rate ich ganz dringend von der Einnahme von Hormonen oder gar operativen Eingriffe ab“, „Garçonne“, „Schubladendenken“

Trans*Feindlichkeit tritt in „verbaler Aggression, Infragestellung oder Aberkennung der Geschlechtsidentität, (…) Pathologisierung, (…) sprachlicher Unsichtbarmachung, (…) Exotisierung“ auf, definiert die Menschenrechtsorganisation TransInterQueer aus Berlin. Schwarzer erfüllt das alles. Da tut einem der Junge in Bengtas Heim Leid.
Es bleibt deswegen zu wünschen, dass die Heimerzieherin Bengta noch eine andere Quelle hat, als die Emma. Vielleicht geht sie ja mit dem Jungen aus ihrem Heim mal in eine Beratungseinrichtung, die auf Trans* spezialisiert ist. Informationen finden sich zum Beispiel auf dem Portal meingeschlecht.de. Dort gibt es dann auch eine passende Beratung, nicht wie bei Schwarzer.

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Dänemark trans*genial? Kein Grund zum Feiern! http://gnurpsnewoel.blogsport.de/2014/06/14/daenemark-transgenial-kein-grund-zum-feiern/ http://gnurpsnewoel.blogsport.de/2014/06/14/daenemark-transgenial-kein-grund-zum-feiern/#comments Sat, 14 Jun 2014 20:42:48 +0000 gnurpsnewoel Gender & LGBATTIQ* & Feminismus Weltbilder http://gnurpsnewoel.blogsport.de/2014/06/14/daenemark-transgenial-kein-grund-zum-feiern/ Dänemark hat nun das fortschrittlichste Transsexuellengesetz Europas. Die LGBT-Bewegung jubelt. Das Gesetz ist ein großer Fortschritt für Trans* in Europa. Aber der genaue Blick verrät: Es ist eigentlich kein Grund zum Feiern.

In Dänemark können Trans* nun ziemlich einfach eine rechtliche Anerkennung erhalen. Volljährige Trans* müssen dazu künftig nur noch aufs Amt geht und dort feststellen, dass sie selbst ein anderes Geschlecht im Pass zu stehen haben wollen. Im Anschluss müssen sie lediglich 6 Monate warten. Dann gibt es einen zweiten Amtsbesuch, bei dem sie den ersten Antrag nochmal bestätigen. Dort erhalten sie dann neue Papiere. Dieses Verfahren gilt ab dem 1. September 2014.

„am fortschrittlichsten“ ist nicht „fortschrittlich“

Bislang müssen Trans* in Dänemark noch ein Gutachten über sich ergehen lassen. Dabei stellen Psycholog*innen von außen fest, ob die Person denn auch im medizinischen Sinne trans* genug ist um anerkannt zu werden. (Als wüssten das die Antragsteller*innen nicht selbst.) Auch war bislang eine operative Geschlechtsanpassung Vorschrift. Hierzu zählte auch eine Sterilisation der Antragsteller*innen. (Quelle: TGEU) In Europa hat Dänemark nun das mit Abstand fortschrittlichste Gesetz. In 31 Ländern ist die Fremd-Gutachten-Praxis noch Vorschrift, Trans* entscheiden nicht selbst über ihr Geschlecht. Davon ist in 20 europäischen Ländern zusätzlich eine Sterilisation vorgesehen, um als Trans* anerkannt zu werden. In 12 Ländern ist gar keine Anerkennung möglich.

Weltweit hat nur Argentinien eine fortschrittlichere Gesetzgebung: Das Gesetz über das Menschenrecht auf Geschlechtsidentität wurde dort 2012 erlassen. Es gilt für alle Menschen, selbst für Minderjährige. (Fehlt diesen die Zustimmung ihrer Eltern, dürfen sie Einklage beim Gericht beantragen.) Es gibt auch keine Halbjahresfrist abzuwarten. Wie in Dänemark ist allein die selbstbestimmte Entscheidung eines Menschen Voraussetzung für die Änderung des amtlichen Geschlechts und Vornamens. Deswegen ist es falsch, wenn TGEU nun behauptet: „Denmark goes Argentina“. Deswegen ist es falsch, wenn queer.de meint, das sei ein „Vorbild für Europa“. Denn auch Dänemark ist hinter dem argentinischen Recht zurückgeblieben. Und das ist für Trans* in Europa ein Problem.

Trans*Rechte? Listen and Repeat!

Das neue dänische Gesetz über Trans* ist durchaus eine weitere gezündete Raketenstufe. Die erste zündete das argentinische Parlament vor zwei Jahren: Sie bewies, dass ein simples Anerkennungsverfahren möglich ist. Damit verwandelte Argentinien die weltweiten Kämpfe von Trans* um rechtliche Anerkennung von einer Utopie in die reale Möglichkeit. Das dänische Folketing hat nun bewiesen, dass eine Wiederholung möglich ist. Dies ist enorm bedeutend. Wie bei jeder Kopie ist die Qualität allerdings schlechter. Und deswegen ist nun das europäische Benchmark niedriger als nötig. Es ist zu befürchten, dass sich nachziehende europäische Länder nun am niedrigeren dänischen Standard orientieren werden, und nicht am argentinischen. Das Vorbild für Europa wie andernorts bleibt erst einmal das argentinische Recht.

Dänemark und Argentinien sind auch keine fortschrittlichen Nationen in Trans*Fragen. Sondern argentinische und dänische Trans*Aktivist*innen haben ihrem Staat jeweils ein fortschrittlicheres Gesetz abringen können. Für diesen Kampf gebührt ihnen volle Anerkennung, aber nicht ihrer Nation. Denn diese politische Auseinandersetzung war ein Druck von außen: Ohne ihn hat sich leider noch kein Parlament zu mehr Menschenrechten bewegt.

Raketenzündung trotz Startproblemen

Dänemark wie Argentinien teilen ein Problem: Auch sie haben sich nicht von der Praxis der Sondergesetze verabschiedet. Einzelne Gesetze über einzelne Minderheiten bestätigen nämlich deren „Freak-Status“. Der bundesweite Arbeitskreis TSG-Reform hat deswegen gefordert, das deutsche Transsexuellengesetz aufzuheben und hilfreiche nötige Bestimmungen in allgemeine Gesetze zu integrieren. In Deutschland kämen hierfür das Personenstandsgesetz, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, das Bürgerliche Gesetzbuch oder das Grundgesetz in Betracht. Diese Forderung des bundesweiten Arbeitskreises TSG-Reform bleibt richtig und sie geht über argentinische und dänische Politik hinaus.

Völlig unklar ist, wieso das dänische Gesetz eine Hemmungsfrist von 6 Monaten vorschreibt. Offenbar sollen sich Trans*, die eine Änderung ihres Vornamens oder Passgeschlechts beantragen, nochmal ein halbes Jahr Gedanken machen, ob sie denn wirklich trans* sind. Dahinter steht die verquere Logik, dass Trans* vom Staat vor falschen Entscheidungen geschützt werden müssen. Gleichzeitig steht der Wunsch des Staates dahinter, die Gesellschaft vor den falschen Entscheidungen von Trans* zu schützen.

Keine richtige Party im Falschen

Das ist ziemlich absurd. Niemand wird freiwillig die Änderung von Geschlechts- und Vornameneintrag veranlassen. Denn die rechtliche Anerkennung als Trans* ist zwar für Trans* bedeutend, aber bringt ja auch Arbeit mit sich: Da sind Polizeikontrollen zu nennen oder Ein- und Ausreisekontrollen, bei denen Aussehen und eingetragenes Geschlecht nicht „zusammenpassen“. Da ist es schwierig, dass Zeugnisse und Urkunden noch auf den Geburtsnamen ausgestellt sind und nun nicht mehr zum Ausweis „passen“. Da entstehen möglicherweise Folgeverfahren wie die Mitteilung gegenüber der Rentenkasse, der Krankenkasse oder den Arbeitgeber*innen. Die rechtliche Anerkennung ist ein wichtiger Schritt, aber sie bedeutet eben kein Zuckerschlecken. Deswegen muss niemand davor geschützt werden, nicht die Gesellschaft, und schon gar nicht Trans*.

Die 180 Tage, die Trans* künftig zwischen dem Erst- und Zweitantrag auf Anerkennung warten müssen, dienen dazu, Trans* zu verunsichern. Es sind 180 Tage, an denen Trans* vom Staat gebeten werden, noch einmal zu reflektieren, ob sie sich denn wirklich sicher sind, trans* zu sein. Das bisherige Fremdgutachten wurde also durch ein Selbstgutachten ersetzt. Das Grundprinzip bleibt dasselbe: Der dänische Staat misstraut Trans*. Während wir also völlig zu Recht den Fortschritt feiern, muss die Logik des Von-oben-herab weiterhin angegriffen werden. Es gibt keine richtige Party im Falschen.

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Die Linie S1 glaubt die NSU-Selbstmordthese nicht http://gnurpsnewoel.blogsport.de/2014/05/06/die-linie-s1-glaubt-die-nsu-selbstmordthese-nicht/ http://gnurpsnewoel.blogsport.de/2014/05/06/die-linie-s1-glaubt-die-nsu-selbstmordthese-nicht/#comments Tue, 06 May 2014 10:09:56 +0000 gnurpsnewoel Antifaschismus Stadtgespräche http://gnurpsnewoel.blogsport.de/2014/05/06/die-linie-s1-glaubt-die-nsu-selbstmordthese-nicht/ Am 1. Mai saß ich in Berlin frühs in der S-Bahn. In der Sitzgruppe neben mir unterhielten sich zwei ältere Männer in Arbeitskleidung. Ich hörte zu (ja, fettes Sorry nochmal), weil sie sich angeregt über Dinge unterhielten, die sie eben nicht glaubten. Einer von ihnen sagte:
Ich glaube auch nicht, dass der NSU ein Selbstmord war. Der Mundlos und der Böhnhardt konnten sich gar nicht gegenseitig umbringen. Alle Ermittlungsergebnisse sprechen doch dagegen. Da lag ne dritte Patrone. Das muss ein Mord gewesen sein.

Dann stieg ich aus.

Heute bin ich auf einen Artikel im Migazin gestoßen, der die Selbstmordthese im NSU-Komplex in Frage stellt. Das dort eine dritte Patrone lag, steht da zwar nicht drin, wohl aber, dass es eine Hülse zu viel war.

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Chelsea erfolgreich – Wikipedia folgt http://gnurpsnewoel.blogsport.de/2014/04/24/chelsea-erfolgreich-wikipedia-folgt/ http://gnurpsnewoel.blogsport.de/2014/04/24/chelsea-erfolgreich-wikipedia-folgt/#comments Thu, 24 Apr 2014 09:34:47 +0000 gnurpsnewoel Netzpolitik, Online & Technik Gender & LGBATTIQ* & Feminismus Weltbilder http://gnurpsnewoel.blogsport.de/2014/04/24/chelsea-erfolgreich-wikipedia-folgt/ Congratulations, Chelsea Manning! Ein US-Gericht hat nun bestätigt, dass Chelsea Chelsea heißt. Das sollte zwar eigentlich eine Formsache sein, dauert aber wohl ein Jahr. Ärgerlich. Belastend. Blöd. Aber jetzt: yippie.

Auch die deutsche Wikipedia scheint ihren transfeindlichen Kleinkrieg beendet zu haben: der Artikel Chelsea Manning scheint nun endlichen einen stabilen Namen zu haben. Wow…

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Female, Male, Gap – The New Amendment Harms Mostly Intersexes http://gnurpsnewoel.blogsport.de/2013/09/13/female-male-gap-the-new-amendment-harms-mostly-intersexes/ http://gnurpsnewoel.blogsport.de/2013/09/13/female-male-gap-the-new-amendment-harms-mostly-intersexes/#comments Fri, 13 Sep 2013 14:56:39 +0000 gnurpsnewoel Allgemein Gender & LGBATTIQ* & Feminismus Fragen & Antworten Weltbilder http://gnurpsnewoel.blogsport.de/2013/09/13/female-male-gap-the-new-amendment-harms-mostly-intersexes/ :::Here comes an English translation of the article “Weiblich, Männlich, Lücke – Das neue Gesetz schadet vor allem Intersexen“ which was published on “Mädchenmannschaft.net” on September 11, 2013. Thanks to Kirsty for the translation!

All hell broke loose. In mid-August, German and international media reported the Civil Status Law Amendment Act to be a gender revolution. When it comes into force in November, “ ” (nothing) will be able to be registered on birth certificates, along with “male” and “female”. The provision was made for intersex children. It sounds like a liberation, but human rights groups like “Intersexuelle Menschen”, “IVIM-OII”, or “Zwischengeschlecht.org” found this alarming.

The German Federal Parliament has already changed the Civil Status Act on May 7, 2013: “If a child cannot be assigned as either female nor male, the civil status case will be registered without a gender in the register of births”, says article 22, section 3 of the Civil Status Act as of November 1, 2013. A day before the first reading, the conservative-liberal Federal Government took the opposition and human rights organisations by surprise: “The provided settlement clarifies that the gender status will remain open in the entry of birth, if it is ambiguous,” the draft proposal of the Commitee of Internal Affairs later said.

“This is a stigmatising special-purpose act,” criticises Markus Bauer, chief campaigner of the human rights group “Zwischengeschlecht.org”. The registration of civil status can be already postponed, if information or evidence are missing (art. 7 Code of Civil Status Procedure). Entries can be changed later on (art. 47 Civil Status Act), although public authorities put obstacles in their way.

“The amendment in January was a tactic of the Federal Government to distract from genital mutilation,” reckons Daniela Truffer, chairperson of “Zwischengeschlecht.org”. “The debate over civil status is no use to those affected.” Markus Bauer calls the amendment a dirty campaign trick for LGBTs: “No one gives a toss about whether the amendment really earns intersex people anything.”

Just before the elections in September, some media have praised the German Federal Government for being progressive. At August 16, 2013, Heribert Prantl cheered in the daily Süddeutsche Zeitung about a “juridical revolution” whose importance had not received enough attention. He had come upon the topic by reading the law journal “FamRZ”. Friederike Heine took over on “Spiegel Online International”: Germany would offer a third gender. The amendment would allow parents to get out of determining their child’s gender. The “Huffington Post” also wrote that Germany offered a third gender. Later “The Guardian” wrote something similar. Incidentally, none of the newspapers had spoken to intersex people. Truffer attributes the coverage to “media support of government policy”.

For “Süddeutsche Zeitung”, “Spiegel Online”, “Huffington Post”, and “The Guardian” are partly wrong. There is no third gender entry. The new rule says that the entrance will have to be left out when the sex cannot be assigned. Markus Bauer said, “They are labelling newborns.” Truffer adds, “Parents are under pressure to avoid a forced outing by the state.” In this way, the act strengthens parents and doctors who perform cosmetic genital surgeries on intersex children. Doctors are transformed even more into expert witnesses. Markus Bauer wants another solution: “It is necessary to have precise regulations by law instead of decisions by medical professionals.” Moreover, what the Parliament has now decided on is not what the German Ethics Council recommended in its statement on intersexuality from 2012. According to that, there should be a third gender entry “other”, but as a choice. This should be supplemented with the option not to certificate the gender until the child decides for themselves. Daniela Truffer says, “Most of us would not register as intersex. They suffer from surgeries and medicine. The third gender entry other would help other groups for the main part, and would make intersex people more invisible.” There can be no objection to adults having this option, but not on the behalf of intersex people, and in any case not without banning genital mutilation, Truffer complains: “This is civil status policy at the expense of mutilated children.”

On June 27, 2013, the oppositional factions – the Social Democrats, Greens, and Leftists – initiated three bills into the Federal Parliament which would have forbidden cosmetic genital surgery on minors and insisted on a historical investigation. “These three bills have been the first good thing for us,” Bauer thinks. But the coalition of the conservative CDU and CSU, and the liberal FDP refused the bills. Beyond that, they are opposed to the recommendation of the German Ethics Council. Even reproaches by the United Nations – recently from the Special Rapporteur on Torture – are ignored by the governing coalition. In particular the conservative CDU / CSU faction is adamant, they want to wait. “Every party wants to ban genital mutilation. But when it matters, the government stalls,” fumes Bauer. The topic is indeed new to the oppositional parties, too. Shady: on the same June 27, the Federal Parliament tightened (quite rightly) the sentence for female genital mutilation. Obviously, FDP, CDU and CSU failed to put intersex genital mutilation in the same category.

The banning of cosmetic genital surgery on minors is the most important demand of “Zwischengeschlecht.org”. The Civil Status Law could be changed later so that parents would register their child’s gender. And at the age of majority, every person could unbureaucratically change their civil status.

You shouldn‘t count on it for now. By the time the new Federal Parliament gets together (after the election on September 22) and selects the government, it will probably be mid-November. The Civil Status Law Amendment Act will have long since come into effect. There will still be no ban on genital mutilation.

Dieser Text erschien zuerst auf „Mädchenmannschaft.net” am 11. September 2013 unter dem Titel „Weiblich, Männlich, Lücke – Das neue Gesetz schadet vor allem Intersexen”. Dankeschön an Kirsty für die Übersetzung!

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Mädchenmannschaft: Weiblich, Männlich, Lücke http://gnurpsnewoel.blogsport.de/2013/09/11/maedchenmannschaft-weiblich-maennlich-luecke/ http://gnurpsnewoel.blogsport.de/2013/09/11/maedchenmannschaft-weiblich-maennlich-luecke/#comments Wed, 11 Sep 2013 08:38:55 +0000 gnurpsnewoel Gender & LGBATTIQ* & Feminismus Fragen & Antworten Weltbilder http://gnurpsnewoel.blogsport.de/2013/09/11/maedchenmannschaft-weiblich-maennlich-luecke/ Ich bin heute mit einem Gastartikel auf Mädchenmannschaft.net vertreten:

„Weiblich, Männlich, Lücke – Das neue Gesetz schadet vor allem Intersexen”
Plötzlich war ganz schön was los! Deutsche und internationale Medien berichteten Mitte August über das Personenstandsrechts-Änderungsgesetz als eine Geschlechterrevolution. Ab November gilt es: künftig wird in der Geburtsurkunde neben „männlich“ und „weiblich“ auch „ “ (nichts) eingetragen werden. Die Regelung wurde für Intersex-Kinder geschaffen. Was nach Befreiung klingt, alarmierte Menschenrechtsgruppen wie Intersexuelle Menschen e.V., IVIM-OII oder Zwischengeschlecht.org.
Der …
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Transphopedia gegen Chelsea Manning http://gnurpsnewoel.blogsport.de/2013/08/31/transphopedia-gegen-chelsea-manning/ http://gnurpsnewoel.blogsport.de/2013/08/31/transphopedia-gegen-chelsea-manning/#comments Sat, 31 Aug 2013 09:59:47 +0000 gnurpsnewoel Netzpolitik, Online & Technik Gender & LGBATTIQ* & Feminismus Weltbilder http://gnurpsnewoel.blogsport.de/2013/08/31/transphopedia-gegen-chelsea-manning/ Es ist ja unlängst bekannt. Chelsea Manning hat verkündet, künftig mit Vornamen Chelsea zu heißen und nun auch öffentlich Frau zu sein. Sie war bekannt geworden als Whistleblowerin. Dass Manning trans* ist, wissen wir schon eine ganze Weile. Hier nochmal ihre genauen Worte dieser Tage:
Ich bin Chelsea Manning. Ich bin eine Frau.

Gut machen wir, nennen sie Chelsea mit Vornamen und referenzieren mit den femininen Pronomina, alles geklärt.

Nicht für die deutschsprachige Wikipedia. Dort tobt eine Editier- und Diskussionsschlacht um den Artikel, zahlreiche transphobe Autor*innen wollen verhindern, dass der Artikel an den neuen Namen angepasst wird. Das Blog Femgeeks hat darauf bereits hingewiesen. Einige Stilblüten aus dem Artikel, die die offenbare VerwirrungIgnoranz einiger zeigt:

Bradley Edward Manning ist ein US-amerikanischer IT-Spezialist und ehemaliger Angehöriger der US-Streitkräfte. (…) Manning ließ am 22. August 2013 über seinen Anwalt verlautbaren, er fühle sich seit seiner Kindheit als Frau.

Während Manning in seinem Privatleben offen homosexuell lebt, verheimlichte er bei seinem Arbeitgeber seine sexuelle Orientierung.

Am 22. August 2013 erklärte Manning in einem Statement mit dem Betreff „The Next Stage of My Life“, er fühle sich seit seiner Kindheit als Frau, wolle künftig Chelsea E. Manning heißen und mit weiblichen Pronomen bezeichnet werden.

Nein, nein, nein, nein, das ist ja gar nicht transphob, werden einige jetzt meinen. Doch ist es:

Transphobie nennt man die Ablehnung von Trans* und_oder von für Trans* gehaltenen Menschen auf Grund von Hass, Angst, Ekel, Vorurteilen u.a., die sich in Form von verbaler Aggression, Infragestellung oder Aberkennung der Geschlechtsidentität, körperlicher und psychischer Gewalt, Pathologisierung, sprachlicher Unsichtbarmachung, Kriminalisierung u.a. zeigen kann.

(Definition der Menschenrechtsorganisation TransInterQueer)

Der Wikipedia-Community reicht das nicht. Einen Schlagabtausch liefern sich transfreundliche und transphobe Nutzer_innen auf der Diskussionsseite. Die heftigsten Kommentare werden vielfach anonym verfasst., aber nicht alle verstecken ihre Abneigung. Hier ein paar transphobe Deeplights (zum Teil aus dem Kontext gerissen, aber nicht entstellend):

Ein Hugo kann sich nicht einfach so als Hugoline bezeichnen, d.h. im Rechtsverkehr und so. --77.4.77.125 15:42, 22. Aug. 2013 (CEST)

Wie sähe es denn aus wenn er sagen wir mal namenlos seien wollen würde ? Oder geschlechtslos ? (…) Also, solange er das ganze irgendwo offiziell macht, sollten wir uns doch beim alten bleiben. --91.66.133.239 16:17, 22. Aug. 2013 (CEST)

Wir würden ja auch nicht schreiben er wäre ein Pilot wenn er sagen würde „ich bin ein Pilot“, denn dafür muss man eben offiziell anerkannt werden (als Pilot). Ich glaube es wäre nur Konsequent, wenn wir selbige Regel auch für das Geschlecht und den Namen übernehmen würden. --91.66.133.239 16:38, 22. Aug. 2013 (CEST)

Was ist denn er fühle sich als Frau und wolle künftig Chelsea heißen überhaupt für ein Outing? Wenn ich an seiner Stelle wäre, würde ich im patriotischen Amerika als Militärgeheimnisverräter auch nicht in einem Männergefängnis einsitzen wollen. Ich hoffe, dass ein Gutachten Licht in die Sache bringt, bevor der bzw. die Gute sich noch zwanzig andere Frauennamen ausdenkt, die ihm bzw. ihr gefallen, und der Artikel über ihn bzw. sie jedes Mal verschoben wird. --Gyoergi 19:29, 22. Aug. 2013 (CEST)

Biologisch ist Bradley-Chelsea wohl allem Geühlsgedusel zum trotz wohl eh noch ein Mann. — 91.32.5.130 21:38, 22. Aug. 2013 (CEST))

jedenfalls fehlt mir das verständnis [sic!] dafür, warum eine enzyklopädie [sic!] sich dem namens- und geschlechtsänderungs-ansinnen [sic!] eines menschen [sic!] beugen muss? das [sic!] wirkt so an den haaren [sic!] herbeigezogen, dass es mir widerstrebt, beispiele [sic!] zu finden, die diese absurdität [sic!] deutlich machen. ich [sic!] weise am rande auf WP-konventionen [sic!] hin, die den namen [sic!] im pass [sic!] zugrunde legen. und warte mit spannung [sic!], bis hier wieder alle sinne [sic!] zusammen sind. über [sic!] chelsea [sic!] können wir dann in ein paar jahren [sic!] weitersprechen [sic!], wenn selbige eingetreten ist. --Maximilian Schönherr 23:52, 22. Aug. 2013 (CEST)

Hau-die-Chelsea geht weiter: Nutzer*in SFfmL hat angemeldete Nutzer_innen dazu aufgefordert worden, über Chelseas Namen abzustimmen. Da geht das Spielchen auch gleich weiter:

Demzufolge wäre es logisch, bis zur offiziellen Namensänderung Bradley zu sagen UND „sie“. --N3MO 21:31, 22. Aug. 2013 (CEST)

Wer sagt denn, dass Chelsea überhaupt fix ist? Manning könnte übermorgen bekanntgeben, dass der Vorname nun Britney lautet und nächste Woche Tiffany. --Voyager 22:17, 22. Aug. 2013 (CEST)

Letztens hieß er ja angeblich noch Breanna. --77.186.8.191 22:24, 22. Aug. 2013 (CEST)

Sabrina täte ich noch süß finden würden. --178.193.67.203 22:27, 22. Aug. 2013 (CEST)

Loretta wäre toll. --Jack User 22:34, 22. Aug. 2013 (CEST)

Vielleicht fühlt er bzw. sie sich nach weiterer Folter durch das US-Militär bald wie ein räudiger Köter und möchte Hasso genannt werden? :( --Gyoergi 23:39, 22. Aug. 2013 (CEST)

Klasse, was die deutschsprachige Wikipedia alles so kann, zum Beispiel mal eben klären, wie eine Person jetzt heißt. Per Abstimmung. Sie steht zurzeit mit 11 zu 30 gegen Chelsea.
Selbstverständlich ist das keine Transphobie, nein, nein, nein, nein, ganz bestimmt nicht (siehe oben). Worst-of der Abstreitungsversuche:

Aber ich sehe schon, dass ich ja nur „transfeindlich“ wäre und, dass meine Argumente vollkommen absurd wären. --91.66.133.239 16:17, 22. Aug. 2013 (CEST)

Niemand will Manning hier in irgendwelchen Menschenrechten beschneiden oder reprimieren. Wie könnten wir das auch? --77.186.8.191 19:20, 22. Aug. 2013 (CEST)

Mir [ist] auch [schlecht], aber von der anderen Seite her. Warum müssen aus sinnvollen Anti-Diskriminierungsbewegungen Ideologien hervorgehen, die auf aggressive Weise das Denken aller umerziehen wollen? --95.113.234.181 14:31, 23. Aug. 2013 (CEST)

Ich würde es nicht gleich so drastisch sehen, wir entscheiden hier ja nicht über den Namen der Person an sich sondern nur, welches Lemma wir benutzen. --Inkowik 13:27, 23. Aug. 2013 (CEST)

Hör mal bitte auf hier rumzubrüllen. --Tönjes 11:25, 23. Aug. 2013 (CEST)

Also offenbar wird hier erwartet, dass Mannings Anwaltsteam einen amtlichen Beleg einreicht: dass Chelsea Manning nicht nur sagt, mit einem anderen Namen genannt zu werden, sondern das auch tatsächlich will; dass sie garantiert nie, nie, nie wieder, nein niemals mehr ihren Namen zu ändern; dass sie im Männergefängnis bleibt; dass ein neuer Pass vorliegt; dass sie nicht sagt, sie sei Pilotin, nein, bitte nicht! Und mensch erwartet ganz klar: bitte nennt uns dann aber bitte, bitte nicht transphob, und vor allen Dingen nicht so laut. Ne, is klar.

TransInterQueer hat übrigens auch einen Formulierungs-Leitfaden für Journalist_innen herausgegeben, auch für alle die es nicht lesen wollen. In der englischsprachigen Wikipedia ist es übrigens viel einfacher: die Crowd änderte das Lemma in Chelsea Manning, sogar einen extra Artikel über die Berichterstattung über die Geschlechtidentität Chelsea Mannings haben sie angelegt. [Update: Die englische Wikipedia ist wieder zurückgekehrt zum ursprünglichen Lemma, auch wenn weniger unerbittlich. Es bleiben aber z.B. die bulgarische, die dänische, die niederländische, die serbische und türkische Ausgabe.] Sie sind nicht allein: auch AP und New York Times können es und viele mehr.

In der deutschsprachigen Wikipedia ist auch nicht alles doof in dieser Hinsicht. Tatsächlich engagieren sich dort auch Zahlreiche gegen Transphobie, was erfreulich ist. Das meiste ist leider bäh. Menschenrechte bleiben unverhandelbar.

Text: Creative Commons by-nc-sa 3.0

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Ein bisschen viel gerade. http://gnurpsnewoel.blogsport.de/2013/05/16/ein-bisschen-viel-gerade/ http://gnurpsnewoel.blogsport.de/2013/05/16/ein-bisschen-viel-gerade/#comments Thu, 16 May 2013 19:48:44 +0000 gnurpsnewoel Gender & LGBATTIQ* & Feminismus Fragen & Antworten Antisemitismus Demos Stadtgespräche Weltbilder http://gnurpsnewoel.blogsport.de/2013/05/16/ein-bisschen-viel-gerade/ Ich habe gesehen. Habe die Freiheit gesehen. Mich eine Woche wohl gefühlt. Kurt Löwenstein. Behütet. Rückzugsraum. Dass ich richtig bin. Es ist möglich. Nicht nach meinen Fehlern suchen muss. Ist möglich in meinen Zusammenhängen. Wir können international gemeinsam kämpfen. Für eine bessere Welt. Zu viel Theorie. Für eine freie und queere Ordnung. Keine praktische Bedeutung. Du hast mich im Stich gelassen. Du sollst dich anders verhalten. Du bist nicht queer genug. Trägst keine Schuld. Will dich nicht mehr sehen. Du bist zu queer. Nicht trans genug. Nicht trans genug um trans zu sein. Es doch. Das ist nur Wohlfühlkram. Mir zu theoretisch. Du sollst das nicht tun. Eine Frau und ein Hurensohn. Du kleidest dich so unkonventionell. Du hast mich im Stich gelassen. In meiner Religion existierst du gar nicht. Berlin. Du bist es doch. Danke für den Glitzer. Fürs Kümmern. Will dich nicht mehr sehen. Gut, dass du da bist. Da draußen war er nicht. Bei uns war ein Safe-space. Dortmund. Aber was sollen wir denn sonst noch tun. Sie haben mehr Dezibel als ich. Hast denen ein tolles Erlebnis genommen. Undemokratisch. Zum Nachdenken gebracht. Kein Essen heute Abend. Cuddles. Wo bist. Genug Alkohol für heute. Mit Freiheit umgehen. Zum Nachdenken gebracht. Hab da sofort eingegriffen. Feiern sich ab. Singen, sie erstechen ein paar Transpersonen. Peace statt Mittelfinger. Singen von Ko-Tropfen im Wein. Drei Finger statt zwei. Singen antisemitisch. Bonbons. Ergibt keinen Sinn. Hätte ich das vorher gewusst. Warum eingeladen. Ich selbst war nicht klar. Nicht klar für Ausladen. Wer ist das denn? Von nichts gewusst. Denen ein tolles Erlebnis genommen. Von nichts ‘ne Ahnung. Mehr Dezibel als wir. Da flogen Flaschen unbemerkt. Ich habe die Freiheit gesehen. Ist möglich in unseren Zusammenhängen. Für eine freie und queere Ordnung. Alles ins Chaos. Telefonieren. Jetzt guten Überblick. Gewissensentscheidung. Danke für deine Solidarität. Das ist mir zu theoretisch. Warum hörst du mich erst. Hätte ich das gewusst. Hörst mich erst, wenn ich auf einem Tisch stehe. Hätte ich das gewusst. Ich war nicht für Ausladen. Ich habe gesehen. Habe die Enge gesehen. Nicht möglich in meinen Zusammenhängen. Bei uns war es gut. Immer was los. Alle wohlgefühlt. Das ist nur Wohlfühlkram. In meiner Religion existierst du nicht. Du kleidest dich so unkonventionell. Ich habe das auch erlebt. Sowas macht man nicht. Du hättest nicht rennen sollen. Was hätte passieren können. Ich hatte Angst. Ich habe heute doch keine Zeit. Ich habe Nein gesagt. Konsens. Ich habe wieder Ja gesagt. Konsens. Inkonsequent zu mir. Es ist möglich hier bei uns. Habe die Freiheit gesehen.

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Angst vor Berlusconi http://gnurpsnewoel.blogsport.de/2013/02/20/angst-vor-berlusconi/ http://gnurpsnewoel.blogsport.de/2013/02/20/angst-vor-berlusconi/#comments Wed, 20 Feb 2013 22:51:53 +0000 gnurpsnewoel Stadtgespräche http://gnurpsnewoel.blogsport.de/2013/02/20/angst-vor-berlusconi/

Ey, was is‘ mit Berlusconi?

Europa hat krasse Angst vor dem Macho! Darum machen die Druck.

Achso.

(in der U-Bahn aufgeschnappt)

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Glitzerbuntschön. http://gnurpsnewoel.blogsport.de/2013/01/30/glitzerbuntschoen/ http://gnurpsnewoel.blogsport.de/2013/01/30/glitzerbuntschoen/#comments Wed, 30 Jan 2013 22:12:15 +0000 gnurpsnewoel Gender & LGBATTIQ* & Feminismus Fragen & Antworten http://gnurpsnewoel.blogsport.de/2013/01/30/glitzerbuntschoen/ ::: Dieses Blogpost beschreibt sexualisierte und emotionale Gewalterfahrung(en).

::: Der Text erschien schonmal kurz gestern und ich haben ihn heute ohne inhaltliche Änderung neu gepostet.

Vor ein paar Tagen wurde ich auf der Straße geschlagen, weil ich mich gegen Sexismus geäußert habe. Jetzt frage ich mich, ob es auch passiert wäre, hätte ich statt zum Rock zur Hose gegriffen.
Mir wurde ins Gesicht geschlagen. Abends und mein Auge und meine Augenbraue sind noch leicht angeschwollen. In ein paar Tagen, wird der Bluterguss verheilt sein, der Schmerz bleibt. Er war einer von den Sexist_innen (meist: Sexisten), die ihre Gewalt auf der Straße ausüben, in den Wohnzimmern, in der U-Bahn. Er war einer von denen, wegen denen es jetzt den #Aufschrei gibt. Wir hatten uns vorher nie gesehen, trafen uns zufällig. Er kam meiner Begleitung und mir entgegen und ging nicht mehr aus dem Weg, mackerte uns auf sexualisierte Weise an. Der Aufforderung, das zu unterlassen, kam er nicht nach, dabei waren wir entschieden und deutlich. Er wurde auch körperlich aggressiv, schlug zu, trat zu, nahm und haute ab.

Der Rock in mir und der Rock an mir

Auch wenn viele behaupten, in meinem Kiez sei es besonders schlimm, hatte ich nie ein Problem, vielleicht Glück gehabt. Ich trug wohl die richtige Kleidung, die manchmal mir die falsche war: Hosen. Seit einem knappen dreiviertel Jahr ist das anders. Wenn ich Jeansrock trage, fühle ich mich freier, bin ich mehr ich. Es steht mir. Endlich. Blicke machen mir wenig aus, ich kenne sie schon seit Jahren. Manchmal tun sie weh, wenn sie sich abwenden. Ich weiß nicht, ob das Kichern und Tuscheln über mich geht, es scheint mir von Zeit zu Zeit so. Das Angepöbeltwerden empfinde ich als Bedrohung. „Du bist pervers“, sagte der Cis-Sexist zu mir, weil er es konnte, „die Bilder von dir gehen mir nicht mehr aus dem Kopf.“ – „Trag’ auch Highheels, Transe“, rief mir die Cis-Sexistin zu.
Vor ein paar Tagen war ich nun lediglich eingeschritten, ich hatte eine sexistische Handlung als nicht akzeptabel bezeichnet, wurde deswegen ins Gesicht geschlagen. Und ich bin sicher, dass es nicht passiert wäre, wäre ich geschlechtlich normativ gekleidet gewesen. Vielleicht wären wir als „zwei normative Menschen zu zweit auf der Straße“ wahrgenommen worden, cis- und heterosexistische Kackscheiße dann mit Fehlanzeige, wenn auch dasselbe Programm. Vielleicht hätte der Angreifer mich respektiert, mich, einen* vermeintlich ihm Gleichen*, er wäre einfach stehen geblieben. Ich will nicht so von ihm angesehen werden, weil da nichts Gleiches ist. Und eigentlich kann die individuelle Kleidung anderen ja egal sein. Aber menschlicher Respekt mir gegenüber ist weg, wenn die cis-richtige Kleidung weg ist. Der cis-falsche Look ist eine herzliche Einladung für psychische und physische Gewaltausübung, gegen mich und diejenigen, die mit mir unterwegs sind. Meine Welt ist glitzerbuntschön und sie ist ein Gesundheitsrisiko.
Diese Welt, in der ich mir diese Fragen stelle, ist scheiße. Dass ich mir diese Fragen stelle, ist scheiße. Dass ich bei mir eine Schuld suche, ist scheiße. Nein, ich bin an nichts schuld, ich weiß das auch. Nein, meine Erfahrungen sind nicht nur mir geschehen, sie sind tausendmal passiert, ich bin nicht allein. Noch viel mehr als tausend sind nicht mit einem blassblauen Auge davon gekommen. Aber ich stelle mir diese Fragen trotzdem, vielleicht weil mir diese Fragen gestellt werden, von irgendswo da draußen. Oder weil ich den Eindruck habe, sie beantworten zu müssen.

Was dieser Text nicht kann

Übrigens, nur weil dieser Text vor allem eine persönliche Sicht der Dinge schildert, ist diese Sicht nicht vereinzelt, noch ist sie verallgemeinernd: Dieser Text behauptet nämlich nicht, dass hier derselbe Sexismus vorherrscht, von dem Frauen* betroffen sind, wie ihn der #Aufschrei zigtausendmal zeigte (und der ja auch nicht in sich geschlossen derselbe ist). Aber es ist Sexismus, dem sich nicht entzogen werden kann, auch wenn Mann*-zu-?-Gender sicherlich nicht dieselben Diskriminierungserfahrungen mach(t)en wie Heterafrauen. (Mann*-zu-?-Gendern kann mit dem Ablegen der eigenen Persönlichkeit zunächst sogar die Priviligierung von Männern* zuteil werden, was ein Widerspruch in sich ist. Denn diese „Teilhabe“ setzt cis-hetero-affirmative Selbstverleugnung voraus – ebenso eine Diskriminierungserfahrung.) Dasselbe Patriarchat setzt also nicht dieselbe Diskriminierungserfahrung damit voraus. Ebenso wenig vergleichbar ist die geschilderte Erfahrung mit der Ich-gucke-mir-das-erschüttert-von-außen-an-Betroffenheit von Männern*, wie sie in den letzten Tagen im #Aufschrei auftrat, die weder mit der einen Sache, noch mit der anderen etwas zu tun hat. Von noch einer Sache handelt dieser Text nicht: von der Sicht meiner Begleitung auf unser gemeinsames Erlebnis, das sicherlich unterschiedlich wahrgenommen wurde, weil ich nicht für die Person spreche(n kann und will). Es geht auch nicht um Antworten, nicht um andere. Es geht um mich und meine Fragen.

Die Angst bleibt

Und nein, ich will und werde mich nicht den Blicken, Worten und Schlägen beugen und möchte, was mich ausdrückt, tragen. Aber die Angst bleibt, dass es wieder geschieht. Ich will bloß frei sein.

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