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Die Linie S1 glaubt die NSU-Selbstmordthese nicht

Am 1. Mai saß ich in Berlin frühs in der S-Bahn. In der Sitzgruppe neben mir unterhielten sich zwei ältere Männer in Arbeitskleidung. Ich hörte zu (ja, fettes Sorry nochmal), weil sie sich angeregt über Dinge unterhielten, die sie eben nicht glaubten. Einer von ihnen sagte:

Ich glaube auch nicht, dass der NSU ein Selbstmord war. Der Mundlos und der Böhnhardt konnten sich gar nicht gegenseitig umbringen. Alle Ermittlungsergebnisse sprechen doch dagegen. Da lag ne dritte Patrone. Das muss ein Mord gewesen sein.

Dann stieg ich aus.

Heute bin ich auf einen Artikel im Migazin gestoßen, der die Selbstmordthese im NSU-Komplex in Frage stellt. Das dort eine dritte Patrone lag, steht da zwar nicht drin, wohl aber, dass es eine Hülse zu viel war.

Ein bisschen viel gerade.

Ich habe gesehen. Habe die Freiheit gesehen. Mich eine Woche wohl gefühlt. Kurt Löwenstein. Behütet. Rückzugsraum. Dass ich richtig bin. Es ist möglich. Nicht nach meinen Fehlern suchen muss. Ist möglich in meinen Zusammenhängen. Wir können international gemeinsam kämpfen. Für eine bessere Welt. Zu viel Theorie. Für eine freie und queere Ordnung. Keine praktische Bedeutung. Du hast mich im Stich gelassen. Du sollst dich anders verhalten. Du bist nicht queer genug. Trägst keine Schuld. Will dich nicht mehr sehen. Du bist zu queer. Nicht trans genug. Nicht trans genug um trans zu sein. Es doch. Das ist nur Wohlfühlkram. Mir zu theoretisch. Du sollst das nicht tun. Eine Frau und ein Hurensohn. Du kleidest dich so unkonventionell. Du hast mich im Stich gelassen. In meiner Religion existierst du gar nicht. Berlin. Du bist es doch. Danke für den Glitzer. Fürs Kümmern. Will dich nicht mehr sehen. Gut, dass du da bist. Da draußen war er nicht. Bei uns war ein Safe-space. Dortmund. Aber was sollen wir denn sonst noch tun. Sie haben mehr Dezibel als ich. Hast denen ein tolles Erlebnis genommen. Undemokratisch. Zum Nachdenken gebracht. Kein Essen heute Abend. Cuddles. Wo bist. Genug Alkohol für heute. Mit Freiheit umgehen. Zum Nachdenken gebracht. Hab da sofort eingegriffen. Feiern sich ab. Singen, sie erstechen ein paar Transpersonen. Peace statt Mittelfinger. Singen von Ko-Tropfen im Wein. Drei Finger statt zwei. Singen antisemitisch. Bonbons. Ergibt keinen Sinn. Hätte ich das vorher gewusst. Warum eingeladen. Ich selbst war nicht klar. Nicht klar für Ausladen. Wer ist das denn? Von nichts gewusst. Denen ein tolles Erlebnis genommen. Von nichts ‘ne Ahnung. Mehr Dezibel als wir. Da flogen Flaschen unbemerkt. Ich habe die Freiheit gesehen. Ist möglich in unseren Zusammenhängen. Für eine freie und queere Ordnung. Alles ins Chaos. Telefonieren. Jetzt guten Überblick. Gewissensentscheidung. Danke für deine Solidarität. Das ist mir zu theoretisch. Warum hörst du mich erst. Hätte ich das gewusst. Hörst mich erst, wenn ich auf einem Tisch stehe. Hätte ich das gewusst. Ich war nicht für Ausladen. Ich habe gesehen. Habe die Enge gesehen. Nicht möglich in meinen Zusammenhängen. Bei uns war es gut. Immer was los. Alle wohlgefühlt. Das ist nur Wohlfühlkram. In meiner Religion existierst du nicht. Du kleidest dich so unkonventionell. Ich habe das auch erlebt. Sowas macht man nicht. Du hättest nicht rennen sollen. Was hätte passieren können. Ich hatte Angst. Ich habe heute doch keine Zeit. Ich habe Nein gesagt. Konsens. Ich habe wieder Ja gesagt. Konsens. Inkonsequent zu mir. Es ist möglich hier bei uns. Habe die Freiheit gesehen.

Angst vor Berlusconi

Ey, was is‘ mit Berlusconi?

Europa hat krasse Angst vor dem Macho! Darum machen die Druck.

Achso.

(in der U-Bahn aufgeschnappt)

Immer wieder Schönleinstraße – voll transphob!

Immer wieder U-Bahnhof Schönleinstraße.

19. August 2012
Gegen 04:05 Uhr morgens wird am U-Bahnhof Schönleinstraße (Kreuzberger Seite) ein 23-jähriger Mensch transphob beleidigt. Am U-Bahnhof Schönleinstraße steigen alle drei gegen 04:10 Uhr morgens aus, die junge Frau ruft dem Menschen dort hinterher: „Transe“, „Du hättest gleich Highheels anziehen sollen“ und weitere Beleidigungen. Der Mensch entkommt unversehrt. Zuvor hatte es bereits transphobe Beleidigungen und Pöbeleien am U-Bahnhof Hermannstraße (U8) und in der fahrenden U-Bahn gegeben.

5. Oktober 2012
In der Nacht wurden zwei Männer in Kreuzberg in der U-Bahn homophob beleidigt und geschlagen. Die beiden hatten sich gegen 23 Uhr 35 im Zug der Linie 8 im U-Bahnhof Kottbusser Tor mit einem Kuss begrüßt und wurden daraufhin von zwei Unbekannten angesprochen und beleidigt. Als die 24 und 25 Jahre alten Männer den Zug am U-Bahnhof Schönleinstraße verlassen hatten, folgten ihnen die Unbekannten, schubsten sie und schlugen noch auf dem Bahnsteig unvermittelt auf sie ein. Danach flüchteten die Angreifer unerkannt in Richtung Böckhstraße. Beide Verletzten haben sich selbst in ärztliche Behandlung begeben. Das Landeskriminalamt hat die weiteren Ermittlungen übernommen. (Register Friedrichshain, Reachout Berlin)

8. Dezember 2012
Am U-Bahnhof Schönleinstraße wird abends gegen 21:45 Uhr ein 24-Jähriger Mensch transphob beleidigt. Ein Mann, zwischen Mitte 30 und Mitte 40, kommt auf sie_ihn zu und fragt sie_ihn zunächst, ob sie_er eine Wette verloren hätte wegen der Kleidung. Der Mensch antwortet, eine Wette sei dazu ja nicht nötig, worauf der Mann sagt, er fände diesen Kleidungsstil einfach nur „pervers“ und „diese Bilder gehen mir nicht aus dem Kopf“, die der Mensch verbreite. Weitere Fahrgäste bekommen das Ereignis mit, greifen aber nicht ein.

Die U8 scheint also insgesamt eine Linie zu sein, in der die Trans*- (und vermutlich auch Homo-)phobie präsent ist. Möglicherwiese liegt es daran, dass dort recht viele LGBTTQA*s unterwegs sind. Aber:
es ist verdammt zum Kotzen, Speien, Würgen!