Archiv der Kategorie 'Netzpolitik, Online & Technik'

Feminismus zum Gucken und Zocken

Die Jusos Salzburg von der Sozialistischen Jugend Österreichs haben eine Feminimuskampagne gestartet: Bad girl: this is what a feminist looks like. Dazu gibt es auch ein Video darüber, wie Feminist_innen aussehen. Damit wollen sie junge Menschen überzeugen, dass Feminist_innen eben nicht wie Alice Schwarzer (oder das österreichische Äquivalent) sind.

Wie mensch im Missy Magazine erfährt, wird das Jump‘n'Run-Spiel The Great Gianna Sisters, dass Super Mario ähnelt, neu aufgelegt. Wer also keinen Bock auf Macho-Mario hat, sei die Vorfreude gegönnt:

Ich probier das gleich mal aus. Den Download gibt’s auf www.gianas-return.de.

Text: Creative Commons by-nc-sa 3.0, Videos: s. dort.

10 Tage Firefox 3.6 – leider ohne TOR

Ich habe mir vor zehn Tagen den neuen Browser Firefox 3.6 von Mozilla heruntergeladen und installiert. Vorher habe ich Firefox 3.5.x genutzt. Ich neige dazu, immer die neuste stabile Version eines Programms haben zu wollen. Firefox 3.6 bringt auch einige vorteilhafte Neuerungen mit sich.

Neue Tabs öffnen sich (endlich!) nun immer neben dem aktuellen, nicht erst am Ende der Tableiste. Für gestandene Firefoxuser_innen bedarf das zwar einiger Umgewöhnzeit, aber ganz ehrlich: Das erleichtert es wirklich zu browsen und erhöht die Usability. Ogg/Theora-Videos können im Vollbildmodus angezeigt werden. Die augescheinlichste Neuerung sind die so genannten ‚Personas“, die eigentlich vereinfachte Themes sind und die Programmoberfläche individualisieren. Bei Personas handelt es sich also um ein hübsches Spielzeug, da hört es aber auch wieder auf. Und letzendlich werden sie auch wieder über die Themes verwaltet.

Außerdem wurde die Surfsicherheit erhöht: Der Private Modus, eine globale Sicherheitseinstellung, die weniger Surfspuren auf dem Rechner hinterlässt, entfernt nun auch Temporäre Dateien. Andere Programme sollen ihre Symbolleisten nicht mehr so einfach einfach in Firefox ergänzen können. Ich hoffe mal, das dadurch auch der halbjährlicher Terror der plötzlich ergänzten Ask-Suchleiste vorbei ist. Verändert wurden die Java-Einstellungen: Java kann nicht mehr in den Einstellungen aktiviert werden. Java ist jetzt ein Add-on und wird über die Add-ons verwaltet. Dort wird Java dann wie jedes andere Add-on auch akktiviert oder deaktiviert. Ich finde das enorm unübersichtlich, da einzelne Java-Updates jetzt den überwiegenden Teil meiner Add-ons ausmachen.

Was natürlich nicht funktioniert, sind einige Add-ons, was bei größeren Updates immer passiert, da sie mit der höheren Version dann nicht mehr kompatibel sind. Das ist zwar jedes Mal ärgerlich, weil mensch sich dann von erlernten Surfgewohnheiten wieder trennen muss. Erfreulich ist daher, das Sicherheit erhöhende Add-ons wie NoScript und das Werbeblocktool AdBlock Plus funktionieren und hilfreiche Add-ons wie der URL-Shortlink-Service is.gd Creator, das Webarchivtool UnMHT oder Youtube to MP3 weiterhin funktionieren. Was jedoch nicht funktioniert, ist die Tor-proxy.NET Toolbar von Benjamin Siggel, eine weitere Navigationsleiste, mit der anonymisiert über das Tor-Netzwerk oder über JonDos/JAP gesurft werden kann. Sie ist nicht kompatibel mit Firefox 3.6. Die vermeintliche Alternative Tor Button kann ich nicht weiterempfehlen. Das Tool führt bei vielen zu Problemen. Ich kann das nur bestätigen. Tor Button hat bei mir ein Problem mit dem Proxy und öffnet alle Seiten im Ladefehler-Modus. Das macht nur wenig Spaß. Firefox 3.6 erhöht also die Usability leicht und schließt einige kleine Sicherheitslücken. Aber anonymisiertes Surfen ist mit dem neuen Firefox (noch) nicht möglich. Dies ist natürlich nicht die Schuld von Mozilla, sondern liegt am inkompatiblen Add-on. Ich werde also warten, bis Tor-proxy.NET upgedatet wird.

Benjamin, bitte besser nach!

Update (05. Februar 2010): Was auch nicht besonders gut funktioniert, sind übrigens Formulare. Häufig wird beim Posten der Formulare der Inhalt geleert. Dies hat bei mir bei Wikipedia auch schon dazu geführt, dass ich einen Artikel versehentlich gelöscht habe. Es genügt bei diesem Fehler jedoch, auf den Zurück-Button zu klicken und erneut zu posten. Dann geht’s, aber es ist echt nervig.

Text: Creative Commons by-nc-sa 3.0

Internet Explorer nicht mehr nutzen!

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnte heute in einer Pressemitteilung vor der weiteren Nutzung des Internet Explorers (IE). Die IE-Versionen 6, 7 und 8, das heißt auch die aktuelle, enthalten demnach eine gefährliche Sicherheitslücke die Angriffe auf den eigenen Computer ermöglicht.

Bis der Fehler behoben ist, empfiehlt das BSI, andere Browser zu nutzen, beispielsweise Mozilla Firefox. Auch darüber hinaus kann es allerdings ratsam sein, nicht zum Internet Explorer zurückzukehren, wozu das BSI sich jedoch bislang nicht äußerte. Der Internet Explorer zählt zu den eher sicherheitsproblematischen Browsern. Daher ist eine Rückkehr nicht zu empfehlen.

Text: Creative Commons by-nc-sa 3.0

Naziwebsites hacked

Sehr interessant: Auf dem Chaos Comunication Congress wurde soeben die Thor-Steinar-Datenbank gehackt. Bereits in den letzten Tagen wurde die Neonazi-Partnerbörse MA-Flirt gehackt und zum Download bereitgestellt. Bei Indy gibt es über 500 Emailadressen von Forumsnutzer_innnen zu sehen. Spannend ist auch die Liste der 10 Top-Nazi-Passwörter. Darüber berichtet auch der Störungsmelder. Beide gehackten Datenbanken können als Torrentfile heruntergeladen werden. [Ergänzung: Redok analysiert auch die geografische Verteilung der Thor-Steinar-Kund_innen wie in der Grafik dargestellt.]

Weitere schöne Hacks gibt es hier: http://events.ccc.de/congress/2009/wiki/Hacked. Darunter fallen die Passworthashs der NPD-Fraktion Sachsen undAuszüge vom forum.deutsche-armee.com.

Kommentar: Beim Störungsmelder und bei Indymedia wurde in den Comments Kritik laut. Denn selbstverständlich haben auch Nazis eine Privatsphäre. Allerdings muss ich für mich feststellen, dass ich mich trotzdem freue: Der Kampf gegen Nazis darf nämlich nicht nur auf der Straße stattfinden, sondern muss auch online geführt werden. Und natürlich gibt es online ebenso viele Möglichkeiten wie offline, wo Demonstrationen, Blockaden, Informationsveranstaltungen und eben auch Nazioutings einander ergänzen. Dies darf im Internet nicht anders sein. Und deswegen sind Blogs und Nachrichtendienste wie redok, Indymedia oder eben der Störungsmelder unverzichtbar. Der Kampf der Online-Antifa, die sich auf die Information und das Ausgrenzen von Nazis in der Gamingscene verschrieben haben, ist es aber auch. Auch das Hacken von Neonaziseiten finde ich richtig, zum Beispiel, indem auf der NPD-Startseite das Headerbild durch ein anderes ersetzt wird (z.B. ein Affe o.ä.) oder die Seiten einfach vom Netz genommen werden. Je empfindlicher Nazistrukturen beschädigt werden, desto besser! Daher ist auch das Hacken von Forumsdaten (juridisch, nicht juristisch) meinem Empfinden nach in Ordnung. Denn wie auch bei SchülerVz oder haefft.de ist es die Aufgabe der Betreiber_innen ihre Daten zu schützen, nicht die Aufgabe des Chaos Comunication Congresses.

Daher von meiner Seite aus:
Hut ab & thx@26c3!

Lesetipp: Kommentar von Nora Winter auf Mut gegen Rechte Gewalt

Text: Creative Commons by-nc-sa 3.0; Grafik: Anonym, 26C3 Public Wiki