Archiv für März 2010

Der Berliner Erste Mai 2010

Am 1. Mai in Berlin wird keine Demonstration um 13 Uhr stattfinden, ebenso wenig der europaweite Mayday. Die traditionsreiche traditionalisitsche 13-Uhr-Demo leninistischer, maoistischer und stalinistischer Vorgestriger fällt in diesem Jahr flach.

Vergangenes Jahr hatten sich am 1. Mai lediglich 200 Menschen an der Demonstration beteiligt. Da anschienend niemenschd mit einer besseren Mobilisierung in deisem Jahr rechnete (oder sie nicht organisieren wollte), wurde die Demonstration nicht angemeldet (Quelle: Comments auf Indymedia). Anscheinend sind Stalin, Lenin und Mao nicht mehr so in wie früher, das Konzept hat sich anscheinend überlebt. Allerdings wurde dem auf Indy auch widersprochen: vielleicht findet die irre Manifestation um 13 Uhr also doch statt? Auch die Mayday-Parade scheint nicht stattzufinden. Den Organisator_innen der hedonistischen postautonomen Parade gegen Prekarisierung befürchten wohl zu viel Spaß und kritisieren mangelnde Inhalte, wie die taz zu berichten weiß.

So bleibt mehr Zeit, den Naziaufmarsch (vor-)mittags in Berlin zu verhindern. Bevor die revolutionäre 18-Uhr-Demo beginnt, bliebe eigentlich noch Zeit, eine Flasche Bier auf dem Myfest zu trinken, doch das ist leider dieses Jahr verboten.

Vormittags demonstrieren übrigens die Gewerkschaften und mobilisieren zu einer Großkundgebung am Brandenburger Tor.

Text: Creative Commons by-nc-sa 3.0

PDF-Export bei Wordpress

Es gibt zahlreiche Plugins für Wordpress, um Artikel in eine Druckversion umzuwandeln. Tatsächlich haben die meisten ein paar Haken: Sie sind nur auf Posts beschränkt, können das Archiv nicht drucken, andere die Startseite nicht. Hin und wieder wird stattdessen daher PDFmyURL empfohlen als Druckansicht-Generator_in. Dabei wandelt PDFmyURL eine URL in ein querformatiges, teilweise merkwürdich gebrochenes PDF um, allerdings so exakt wie ein Screenshot, fast. Denn auch PDFmyURL scheitert an einigen Wordpress-Seiten, unter anderem an der Startseite oder Tags. Das kann weit gehend mit einer Funktion umgangen werden, die ich gleich erläutern werden. Allerdings scheitert sie an Umlauten udn Sonderzeichen, vielleicht hat da jemenschd noch einen Tipp für mich, wie ich das verbessern kann?

In der functions.php in …/wp-content/themes/default/ (oder wo das verwendete Theme liegt) wird in der sechsten Zeile eine neue Funktion eingefügt, die hier pdfprint() heißt (auch ein anderer Name wäre möglich):


// PDF-DRUCKANSICHT
// Autor_in: Gnurpsnewoel
// gnurpsnewoel.blogsport.de

function pdfprint()
{

Anschließend wird eine if-else-Verzweigung geöffnet; die Funktion prüft also die einzelnen Bedingungen durch. Die Bedingungen ist dabei, ob ein bestimmter Seitentyp des Themes geöffnet ist. Am Ende jeder Verzweigung wird die URL der Seite in der Variable $printurl gespeichert. Ist die WP-Startseite aufgerufen (is_home), wird die Startseiten-URL mit der Funktion get_option(‚home‘) aufgerufen und mit /index.php ergänzt, da PDFmyURL eine komplette URL erwartet und an einer Verzeichnis-URL scheitert.


if (is_home())
{
	$printurl = get_option('home').'/index.php';
}

Andernfalls wird zunächst die URL einer Suchanfrage der Wordpress-Standardsuche ausgelesen werden (is_search). Der Suchbegriff, der in das Suchfeld eingegeben wurde, kann über die Funktion get_search_query() ausgelesen werden und wird in der Variable $searchitem gespeichert. Da hier jedoch Leerzeichen enthalten sind, in der URL jedoch Pluszeichen, müssen diese über die PHP-Funktion array() umgewandelt werden; auch hier speichert eine Variable $plussign die Funktionsaufgabe. Es soll ja der in $searchitem gespeicherte Suchbegriff umgewandelt werden. Die PHP-Funktion strtr() bringt die beiden Variablen zusammen und wandelt die Leerzeichen im Suchbegriff in Pluszeichen um. Das Ergebnis wird in der Variable $searchplus gespeichtert. Der nächste Schritt soll mit rawurlencode alle Sonderzeichen in Unicode umwandeln und in der Variable $searchstring speichern. (Es sei darauf hingewiesen, dass die Interaktion mit PDFmyURL hier nicht funktioniert. Wird auf deren Webseite die URL mit Unicode-Sonderzeichen in deren Umwandlungsmaske eingegeben, geht’s aber, sodass ich das Problem nicht verstehe.) $searchstring wird der WP-Startseiten-URL zusammen mit dem Suchparameter s angefügt.

Beispiel-Suchwortwort: „Hallo Wält“; $searchitem=‘Hallo Wält‘; $searchplus=‘Hallo+Wält‘; $searchstring=‘Hallo+W%C3%A4lt‘; $printurl=‘http://deinwordpress.blog/?s=Hallo+W%C3%A4lt‘.


elseif (is_search())
{
	$searchitem =  get_search_query();
	$plussign = array(" " => "+");
	$searchplus = strtr($searchitem,$plussign);
	$searchstring = rawurlencode($searchplus);
	$printurl = get_option('home').'/?s='.$searchstring;
}

Andernfalls wird zunächst die URL einesSchlagwortes (Tag) ausgelesen werden (is_tag). Der Tag kann über die Funktion single_tag_title() ausgelesen werden und wird in der Variable $tagsname gespeichert. Zumnächst werrden alle Zeichen in Kleinbuchstaben umgewandelt mittels der PHP-Funktion strtolower() und in der Variable $taglower gespeichert werden. Da hier Leerzeichen enthalten sind, in der URL jedoch Bindestriche, müssen diese über die PHP-Funktion array() umgewandelt werden; auch hier speichert eine Variable $hyphensign die Funktionsaufgabe. Es soll ja der in $taglower gespeicherte String umgewandelt werden. Die PHP-Funktion strtr() bringt die beiden Variablen zusammen und wandelt die Leerzeichen im Suchbegriff in Bindestriche um. Das Ergebnis wird in der Variable $taghyphen gespeichtert. Der nächste Schritt soll mit rawurlencode alle Sonderzeichen in Unicode umwandeln und in der Variable $tagspecial speichern. (Es sei darauf hingewiesen, dass die Interaktion mit PDFmyURL hier nicht funktioniert. Wird auf deren Webseite die URL mit Unicode-Sonderzeichen in deren Umwandlungsmaske eingegeben, geht’s aber, sodass ich das Problem nicht verstehe.) $tagspecial wird der WP-Startseiten-URL zusammen mit dem Suchparameter s angefügt.


elseif (is_tag())
{
	$tagsname = single_tag_title('',false);
	$taglower = strtolower($tagsname);	
	$hyphensign = array(" " => "-");
	$taghyphen = strtr($taglower,$hyphensign);
	$tagspecial = rawurlencode($taghyphen);
	$printurl = get_option('home').'/?tag='.$tagspecial;
}

Für Archive wurde hier ein Monatsarchiv gewählt. Das Monatsdatum wird via die Funktion get_the_time ausgelesen, für den März 2010 nach dem Prinzip ‚Ym‘ zum Beispiel ‚201003′. Dieser wird an die URL angehangen.


elseif (is_date())
{
	$archivemonth = get_the_time(Ym);
	$printurl = get_option('home').'/?m='.$archivemonth;
}

Bei einer Kategorie soll der Titel der Kategorie single_cat_title() ausgelesen und in $catsname gespeichert werden. Der Name wird nun mittels get_cat_id($var) in eine numerische Kategorie-ID umgewandelt. Diese wird in der URL gespeichert.


elseif (is_category())
{
	$catsname = single_cat_title('', false);
	$catsid = get_cat_id($catsname);
	$printurl = get_option('home').'/?cat='.$catsid;
}

Wenn all das nicht zutrifft (z.B. bei Seiten is_page() oder Posts is_single()), dann wird einfach der Permalink gespeichert.


else
{
	$printurl = the_permalink();
}

Die durch verschiedene Verzweigungen ermittelte $printurl soll nun ausgegeben werden. Die Funktion endete hiermit.


echo $printurl;
}

Im (X)HTML-Dokument, beispielsweise in der Navi (header.php) oder in der Metanavi (footer.php) wird die URL nun mit PDFmyURL vervollständigt. Beispiel:


<a href="http://pdfmyurl.com?url=< ?php pdfprint();?>" 
  title="externer Link zu PDFmyURL.com">Linktext</a>

W3C-unkonform kann im <a>-Link das Attributs target=“_blank“ ergänzt werden, wie mitunter empfohlen wird. Es funktioniert aber auch ohne und daher rate ich davon ab; es gibt keinen Grund, hier W3C-inkonformen Code zu basteln.

Verbesserungsvorschläge willkommen, Kritik super! Die Funktion kann als ZIP-Datei heruntergeladen werden.

Text: Creative Commons by-nc-sa 3.0

Male, Female, Neither

Die Standard berichtet, dass es Norrie May-Welby gelungen sei, in einem amtlichen Dokument bestätigt zu bekommen, „ohne bestimmtes Geschlecht“ zu sein. May-Welby:

Wenn mich jetzt jemand fragt: Sind Sie Herr oder Frau May-Welby, kann ich getrost sagen: Weder noch, und hier ist der Beweis.

Als nächstes soll der Pass geändert werden. Hierzu kommentiert Intersex and the City:

Nahezu jedes Dokument in nahezu jedem Staat verlangt von uns, eins der beiden Kotrollkästchen anzukreuzen, jegliche Abweichung dabei ist unzulässig. Intersexuelle werden so gezwungen, in diesen Dokumenten zu lügen. In diesen Dokumenten anerkannt zu werden, wäre eine großer Schritt hin zu Intersexuellenrechten und würde unsere Sache außerordentlich legitimieren. Es wäre auch interessant, wenn wir in den Bevölkerungszahlen berücksichtigt würden, die bloßen Zahlen würden zeigen, dass es und häufiger gibt, als der Großteil der Welt wahrnimmt. (eigene Übersetzung)

Intersex and the City kritisiert jedoch daran:

Ich bin kein großer Fan des Begriffs „ohne bestimmtes Geschlecht“, weil er Intersexuelle mit einem Begriff des Mangels versieht. […] Den Begriff „ohne bestimmtes Geschlecht“ zu verwenden ist ein Rückzieher. Er erlaubt die Existenz Intersexueller, aber entwickelt dies nicht zu der logischen Schlussfolgerung weiter, der Existenz eines gesetzmäßigen Dritten Geschlechts (sex). (eigene Übersetzung)

Ich persönlich bin ehrlich gesagt kein Fan der Volkszählung und tendiere auch eher dazu, dass mensch sich weder als Mann, Frau oder Drittes Geschlecht einordnen müssen sollte. Allerdings kann ich den Wunsch nachvollziehen, sich als weiteres Geschlecht sichtbar machen zu wollen, was ja auch ein Ziel der zweiten Frauenbewegung war. Vielleicht müssen alle Geschlechter erst einmal als solche erkannt werden, bevor ihre Grenzen überwunden werden können? In jedem Fall kann ich Norrie May-Welby nur gratulieren: Cheers!

[Update: 18. März 2010] Das new-south-walisische Standesamt hat sich dann doch mal eben umentschieden. Das ausgestellte Dokument verlange die „Eindeutigkeit“ des Geschlechts. Sexismus- und Bürokratieopfer May-Welby kommentiert:

Ich fühle mich gesellschaftlich gemeuchelt.

Der Behrdenkampf bis zur gesellschaftlichen Anerkennung hat also erst bekommen… Viel Glück, Norrie!

Text: Creative Commons by-nc-sa 3.0

Wer gendert, wird klar gemacht

Die Pirat_innen-Partei hat mal wieder die Leinen los einen großen Medienrummel erzeugt und versteht die Welt nicht mehr. Er ist bislang vergleichbar groß wie der letzte Medienrummel um den Geschichtsrevisionisten Bodo Thiesen ist er nicht . Diesmal hat die Berliner Piratin Lena Simon die Parole „Klarmachen zum Gendern“ ausgerufen – und wurde versenkt und gerat dann ins Schwimmen.

Sicherlich ist richtig, dass Lena Simon sich geschickter hätte verhalten können: Eine Pressemitteilung, die nicht Pressemitteilung der Partei ist, muss nicht im Wiki der Partei stehen, solange sie nicht authorisiert wurde. Die Pressemitteilung während einem Landesparteitag zu lancieren, auf dem sie selbst nur vorübergehend, so wurde mir aus Pirat_innenkreisen gesagt, anwesend war, ist nicht zielführend. Und auch dass sie den Antrag auf Wahl einer Frauenbeauftragten stellte, sich dann aber nicht mehr nachhaltig darum kümmerte und das Thema nicht in die Tagesordnung der Landesmitgliederversammlung aufgenommen wurde, war sicherlich eher kontraproduktiv. Denn in einer heteronormativen Gesellschaft müssen Frauenrechtlerinnen (leider, aber faktisch) eines sein: besser, korrekter als die anderen, unangreifbar.

In der Sache hat Lena Simon aber Recht: eine Partei, in der Männer dominieren, bedarf es Räume für Nichtmänner, sich unabhängig zu organisieren. (Die von ihr gegründete „Piratinnen“-Mailingliste ist ein solcher autonomer Frauenzusammenhang.) Und das hat sogar kaum etwas mit Minderheitenschutz zu tun, da es sich bei Frauen um eine gesellschaftliche Mehrheit handelt. Vielmehr resultiert dies aus Erfahrungen der Frauenbewegung aus den 1960er Jahren. (So gesehen hinkt die Piratenpartei in Ablehnung dessen 40 bis 50 Jahre der gesellschaftlichen Entwicklung hinterher!)

In der Piratenpartei existieren bereits Netzwerke, die sich mit Gender beschäftigen: Da gibt es die AG Frauen, die AG 2X die AG Gender, die AG 2G und die Queeraten. Die AG 2G befasst sich mit gesellschaftlicher Gleichberechtigung und will „eine weitgehende Chancengleichheit in allen Lebensbereichen unter der Prämisse der Gleichberechtigung“ erreichen. Sie vertreten einen politologischen Ansatz, der den Themenkomplex gründlich aufarbeiten will. Ihr gehört allerdings auch der Pirat, Männerechtler und Querfrontler Arne Hoffmann an, der unter anderem den Gender Pay Gap anzweifelt. Die AG Frauen diskutiert Geschlechtergerechtigkeit und Gleichstellung überwiegend im Forum, wo aber auch viel rumgetrollt wird. Ein feministischer Frühling ist daraus bislang nicht entstanden. Die AG 2X – 2X steht für den weiblichen Chromonensatz. – ist auf Öffentlichkeitsarbeit ausgerichtet und versucht mit einer gezielten Frauenansprache das Geschlechterverhältnis in der Partei auszugleichen. Die AG Gender scheint mir ein Mittelding aus den AG 2G und Frauen zu sein. Gründungspunkt war die massive Blogkritik am Umgang der Pirat_innen mit Genderthemen letzten Spätsommer. Die AG wollte helfen, die feministische Debatten der letzten Jahre nicht zu verschlafen. In Ihr engagiert sich u.a. auch Arne Hoffmann. Die AG Queeraten sind der lesbisch-schwul-bi-trans-inter-und-queere Teil der Pirat_innen und damit das queere Sammelbecken der Partei. Ihr Ziel ist, die heteronormative Matrix zu knacken und eine bunte, offene Gesellschaft zu verwirklichen. Außerdem gibt es noch die AG Männer (siehe auch: Arne Hoffmann). Dabei handelt es sich um den politischen Arm der antifeministischen Männerrechtsbewegung, der übrigens eine für Nichtmitglieder gesperrte Webseite (ag-maenner.de) hat – ein von niemandem kritisierter autonomer Männlichkeitszusammenhang! Es sei jedoch darufhin gewiesen, dass sowohl in der AG Männer als auch in der AG Frauen (und auch Gender und AG2) teilweise dieselben Personen aktiv sind, was ja irgendwie auch schon wieder etwas queer Anmutendes hat. – Die Konsequenz daraus ist jedoch, dass es tatsächlich bislang keinen autonomen Frauenzusammenhang gibt.

Dabei wäre das doch gar kein Problem: Hier könnte die Partei, die vorne und rational sein will, doch aus den Erfahrungen der Frauenbewegungen lernen und das sich ergänzende Nebeneinander von autonomenen Frauenzusammenhängen und gemischgeschlechtlichen Gendergruppen zulassen und fördern. Stattdessen hält sich die Partei für post everything und daher auch für postgender. Daher muss niemand angeben beim Parteieintritt wes Geschlecht er_sie ist. Die Bezeichnung für alle ist dann allerdings Pirat, andere Geschlechtlichkeiten werden in der Sprache bereits verdrängt. Daher ist es auch in Wirklichkeit nicht so, dass niemand sein Geschlecht nicht angeben muss und alle darüber hinweg seien. – Vielmehr ist es so, dass Nichtmännern (nicht männlich, nicht heterosexuell, nicht weiß) nicht die Chance gegeben wird, sich zu erkennen zu geben. Die anderen Geschlechtichkeiten in der Piratenpartei bleiben so unsichtbar.

Lena Simon geschieht nun das, was Frauenrechtler_innen überall und jedenorts passiert ist: Ihr schlägt blanker Hass entgegen. Frauen werfen ihr vor, die innerparteiliche Frauenfrage um Jahre zurückgeworfen zu haben. Bündische Männer fühlen sich verdrängt und angegriffen. Ihr wird Machtstreben, Egomanismus und Selbstsüchtigkeit, Mediengeilheit sowieso vorgeworfen. Allein, neu ist das Phänomen nicht: Olympe de Gouges, Christabel Pankhurst, Clara Zetkin und Alice Schwarzer hätten ein Lied davon singen können. Lena Simon spielt sicherlich nicht in deren Liga, ihr kann aber aus dieser Erfahrung heraus nur ein langer Atem gewünscht werden. Sie wird den Geschlechterdiskurs in der Partei auch nicht allein umdrehen können. Aber sie hat einer wichtigen Debatte das Fundament nun inneralb der Organisation gelegt. Die Pirat_innen können sich nicht mehr dagegen wehren.

Der Konflikt schlägt übrigens solche Wellen, dass selbst im Ausland davon berichtet wird: Geekfeminism berichtet. Ach ja, die Debatte innerhalb der Pirat_innen-Community wird derzeit von Yvi zusammengefasst:

We don‘t need to talk about gender equality in our party because we already have gender equality! Every woman who says otherwise is an evil bitch! The evil feminists are trying to exclude the poor men! Also, we don‘t need gender statistics in our party because we don‘t need to care – see above re: gender equality.

(zu deutsch: „Wir brauchen keine Debatte über Geschlechtergerechtigkeit in unserer Partei, weil wir längst Geschlechtergerechtigkeit haben! Jede Frau, die etwas anderes behauptet, ist eine üble Schlampe! Die bösen Feminist_innen versuchen Frauen Männer auszuschließen! Auch brauchen wir keine geschlechtsspezifischen Statistiken in unserer Partei, weil wir uns nicht darum scheren müssen – siehe oben re: Geschlechtergerechtigkeit.“)

Außerdem berichten nebst vielen anderen Gulli, Mädchenmannschaft und taz. FoeBud haben übrigens zur Debatte einen alten Text von Rena Tangens ausgegraben: Androzentrismus und Netze; der Text ist mal wieder hoch aktuell.

Da lässt sich nur offen, dass süffisanter Druck von außen wie auch schon in der Bodo-Thiesen-Affäre die Partei ins Grübeln bringt. Blogt was das Zeug hält, verschiebt den Diskurs!

Text: Creative Commons by-nc-sa 3.0